Willkommen beim Präsidiumsarbeitskreis "Digitale Souveränität"
Motivation und Ziele des Arbeitskreises
Die digitale Abhängigkeit Deutschlands und Europas hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht, das mit konkreten Gefahren für unsere Wirtschaft und politische Selbstbestimmung einhergeht. Das Präsidium der Gesellschaft für Informatik e.V. hat daher Ende Juni 2024 beschlossen, einen Präsidiumsarbeitskreis „Digitale Souveränität“ zu bestellen, der sich mit diesen Herausforderungen beschäftigt. Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises ist Prof. Dr. Harald Wehnes, Universität Würzburg..
Die Zielsetzung dieses Arbeitskreises besteht in der Förderung und Begleitung einer Digitalisierung, die dem Gemeinwohl dient und in der Fehlentwicklungen wie die Schaffung digitaler Monopole und Manipulationen durch die digitale Plattformökonomie ausgeschlossen sind. Dabei setzt sich der Arbeitskreis für eine selbstbestimmte Gestaltung und Nutzung der Digitalisierung ein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Handlungs- und Informationsfreiheit sowie Wettbewerb, Wahlmöglichkeiten, Wohlstand und Demokratie sichert.
Definition "Digitale Souveränität"
Digitale Souveränität bedeutet die Fähigkeit eines Staates, einer Organisation oder einer Einzelperson, im digitalen Raum selbstbestimmt, unabhängig und frei zu handeln. Dazu gehört:
Kontrolle über Daten: Entscheidungsfreiheit, wo und wie Daten gespeichert, verarbeitet und genutzt werden.
Technologische Unabhängigkeit: Nutzung eigener oder vertrauenswürdiger Technologien, um nicht von fremden Anbietern abhängig zu sein.
Sicherheit & Datenschutz: Fähigkeit, sich gegen Cyberangriffe oder Datenmissbrauch zu schützen.
Regelungshoheit: Möglichkeit, digitale Prozesse und Infrastrukturen nach eigenen Werten und Gesetzen zu gestalten.
Wahlfreiheit: Die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Anbietern, Technologien und Standards zu wählen, ohne in Abhängigkeit oder Monopolstrukturen gezwungen zu werden.
Digitale Souveränität liegt zum Beispiel nicht vor, wenn Daten ohne Zustimmung oder gar gegen den Willen der Besitzer in fremden Jurisdiktionen gespeichert werden; kritische Infrastrukturen von nicht überprüfbarer ausländischer Software abhängen; keine Alternativen zu Tech-Monopolen bestehen; Unternehmen sich ausländischen Gesetzen unterwerfen müssen; oder Staaten keine Kontrolle über digitale Sicherheit und technologische Unabhängigkeit haben.
Aufgrund des gestiegenen Interesses der Verwaltung an digitaler Souveränität sind viele marktbeherrschende Tech-Konzerne dazu übergegangen, ihre Produkte mit dem Attribut „souverän” zu schmücken. Für den GI-Arbeitskreis Digitale Souveränität ist das schlichtweg „Souveränitäts-Washing”, das Datensicherheit schwächt und zur unlimitierten Kostenfalle werden kann: https://gi.de/themen/beitrag/kritik-zu-souveraenitaets-washing-von-big-tech.
Angesichts der geopolitischen Entwicklungen der letzten Monate muss man sagen: Digitale Souveränität war nie wichtiger als heute. Ohne digitale Souveränität hat unsere Wirtschaft und Gesellschaft keine Zukunft!

