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DMK will kostenfreies openDesk an Hochschulen prüfen lassen – Einladung zum Fachevent am 1. Juni (online)

Die Digitalministerkonferenz (DMK) hat sich am 13. Mai 2026 erstmals mit der Digitalen Souveränität an Hochschulen befasst. Der Beschluss (TOP 5.11) enthält eine Prüfbitte an den Bund, ob ZenDiS-Produkte wie openDesk Studierenden künftig kostenfrei zur Verfügung gestellt werden können. Diesen ersten wichtigen Schritt wollen wir weiter ausbauen. Freuen Sie sich auf Impulse von Dirk Schrödter, Digitalminister von Schleswig-Holstein, und vielen weiteren Speakern.

Die Fachcommunity aus den GI-Arbeitskreisen sowie der ZKI e.V. sehen die Prüfbitte der DMK [1] als greifbares Ergebnis ihrer vorangegangenen Arbeit an. Erst im Februar hatten drei GI-Arbeitskreise gemeinsam mit dem ZKI e.V. in einem offenen Brief an Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger genau das gefordert: eine faire, kostenlose Bereitstellung der Open-Source-Alternative openDesk für Studierende [2,3].

Die Forderung der DMK, den Übergang in die Open-Source-Alternative zu unterstützen, ist vor dem Hintergrund einer zunehmend schwierigen Finanzlage der öffentlichen Hand wichtig und angemessen. So beliefen sich die Microsoft-Ausgaben des Bundes im Jahr 2025 auf fast eine halbe Milliarde Euro – dies ist eine Erhöhung um 76%  im Vergleich zum Jahr 2023. Rapide steigende Lizenzkosten für proprietäre Software fressen immer größere Löcher in die öffentlichen Haushalte, während gleichzeitig überall massiv gespart werden muss.

Doch der DMK-Beschluss offenbart auch ein Dilemma

Während US-Konzerne wie Microsoft kostenlose Studierendenlizenzen strategisch einsetzen, um die nächste Generation von Entscheidern und Fachkräften an ihre Produkte zu binden (sog. "Lock-in-Effekt"), scheitert der Einsatz der technisch ausgereiften, souveränen Alternative openDesk derzeit schlicht an den Kosten. openDesk ist praxiserprobt (über 60.000 Lehrkräfte in Baden-Württemberg nutzen es bereits), doch während Microsoft-Produkte ohne weitere Kosten genutzt werden können, müssten Hochschulen für die Nutzung von openDesk rund 54 Euro (brutto) pro Studierendem und Jahr zahlen. Der Beschluss bleibt hier konkrete Antworten schuldig, wie diese strukturelle Schieflage zeitnah aufgelöst werden soll.

Einladung: Fachevent „Digitale Souveränität fängt in der Bildung an – Schluss mit der digitalen Kolonie“ am 1. Juni 2026

Die GI-Arbeitskreise Open Source Software, Digitale Souveränität, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie der ZKI e.V. laden Sie herzlich zur Diskussion am 1. Juni 2026 ein. Gemeinsam wollen wir den Prüfauftrag der DMK mit Leben füllen und konkrete Schritte für eine kostenfreie, souveräne Bildungs-IT entwickeln.
Freuen Sie sich auf Impulse von Schleswig-Holsteins Digitalminister Dirk Schrödter und weiteren Speakern. Die Fachcommunities der Informatik stehen bereit, ihren Beitrag zu leisten – seien auch Sie dabei! 

Fachtagung „Digitale Souveränität fängt in der Bildung an – Schluss mit der digitalen Kolonie“

Termin: 1. Juni 2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Anmeldelink und weitere Informationen: https://ak-oss.gi.de/veranstaltung/information/digitale-souveraenitaet-faengt-in-der-bildung-an-schluss-mit-der-digitalen-kolonie

Quellen

[1] https://digital.hamburg.de/resource/blob/1175072/3b730bb122fb6e9b707ad1895c4d69d4/dmk-top-5-11-digitale-souveraenitaet-data.pdf

[2] https://www.zki.de/aktuelles/offener-brief-fuer-digitale-souveraenitaet-an-hochschulen/

[3] https://pak-digs.gi.de/mitteilung/offener-brief-an-den-herrn-bundesminister-fuer-digitales-und-staatsmodernisierung-bmds-digitale-souveraenitaet-an-hochschulen-dringender-handlungsbedarf-fuer-eine-faire-marktsituation-opendesk-vs-microsoft