Beschreibung
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1. Explodierende Microsoft‑Ausgaben – und wir müssen überall sparen
Während Bund, Länder und Kommunen überall Haushaltslöcher stopfen, steigen die Ausgaben für Microsoft-Produkte ins Unermessliche. Der Bund allein gab 2025 fast eine halbe Milliarde Euro für Microsoft aus – mehr als doppelt so viel wie 2023. Diese Gelder fließen ins Ausland, statt unsere eigene digitale Wirtschaft zu stärken.
2. Die Ursache: Kostenlose Studierendenlizenzen als strategische Microsoft‑Investition
Microsoft 365 wird Studierenden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das scheint ein guter Deal zu sein – ist es aber nicht. Denn die kostenlose Lizenz ist eine gezielte Strategie, um die nächste Generation von Fachkräften und Entscheidern langfristig an das Microsoft‑Ökosystem zu binden.
Gewöhnung von heute ist Abhängigkeit von morgen: Die öffentliche Hand und die Unternehmen zahlen später Milliarden für Lizenzen, Beratung und Zwangs‑Upgrades – ohne dass dieses Geld in Deutschland Wertschöpfung erzeugt.
3. Das Paradoxon: Die souveräne Alternative openDesk ist da – doch ihr Einsatz scheitert an den Kosten
openDesk, die vom Bund entwickelte Open‑Source‑Alternative zu Microsoft 365, ist technisch ausgereift und praxiserprobt (über 100.000 Lizenzen, 60.000 Lehrkräfte in Baden‑Württemberg). Sie bietet volle Datenhoheit, Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung und keine Vendor‑Lock‑ins.
Paradox: Während Microsoft 365 verschenkt wird, müssten Hochschulen für openDesk 45 Euro netto pro Studierendem und Jahr bei Eigenbetrieb zahlen. Für eine mittelgroße Universität mit 30.000 Studierenden bedeutet das 1,6 Millionen Euro Mehrkosten (brutto) pro Jahr – eine unüberwindbare finanzielle Hürde. Diese strukturelle Schieflage verhindert, dass eine echte, souveräne Alternative überhaupt zum Zuge kommen kann.
4. Der Offene Brief an Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger
Drei GI‑Arbeitskreise haben gemeinsam mit dem ZKI e.V. (Verband von 270 Hochschulrechenzentren) am 12. Februar 2026 einen Offenen Brief an den für das ZenDiS zuständigen Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger gesandt [1, 2]. Unsere Forderung: openDesk muss für alle Studierenden zu denselben Konditionen wie Microsoft 365 – also kostenfrei – bereitgestellt werden.
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Die digitale Kolonie ist kein Schicksal – wir können sie hinter uns lassen. Die Alternativen sind da, die Bewegung wächst. Was noch fehlt, ist der politische und gesellschaftliche Wille.
[1] https://www.zki.de/aktuelles/offener-brief-fuer-digitale-souveraenitaet-an-hochschulen/
[2] https://pak-digs.gi.de/mitteilung/offener-brief-an-den-herrn-bundesminister-fuer-digitales-und-staatsmodernisierung-bmds-digitale-souveraenitaet-an-hochschulen-dringender-handlungsbedarf-fuer-eine-faire-marktsituation-opendesk-vs-microsoft
Programm
Begrüßung & Einführung
Prof. Dr. Harald Wehnes (Sprecher PAK Digitale Souveränität, Albert‑Endres‑Award 2026 für Digitale Souveränität)
- Die strategische Falle: kostenlose Microsoft-Lizenzen für Studierende – und Milliardenverluste der Steuerzahler
- Kurze Einordnung: Die Rolle des Bundes und der DMK-Prüfauftrag (TOP 5.11) – was wurde beschlossen, was fehlt?
Marktversagen und Lösungsmöglichkeiten
Dr. Dirk von Suchodoletz (Rechenzentrum der Universität Freiburg)
Digitale Souveränität für Hochschulen – eine studentische Perspektive
Marlena Müller, (IT-Sicherheitsstudentin, Ruhr-Universität Bochum; Konferenz der Informatikfachschaften)
- Risiken für Forschungsfreiheit, Rechtssicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit
- Forderungen der Fachschaften 2025
- Neue Alternativen: openDesk, Sovereign Tech Fund, Hochschulverbundlösungen
Ablösung von Microsoft 365 durch openDesk an Hochschulen – Potenziale, Hürden und Strategien – Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Harald Wehnes
Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität)
Keynote: Der Weg zu einer souveränen Bildungs-IT aus Ländersicht
Dirk Schrödter (Digitalminister von Schleswig‑Holstein)
Zusammenfassung & Ausblick
Bericht
Die zentrale Forderung "Machen - statt lange prüfen" (ENTURF). Konkreter:
Kostenfreies openDesk für alle Studierenden – analog zu Microsoft 365 – spätestens ab WS 2026/2027.
Die künstliche Kostenhürde (1,6 Mio. € Mehrkosten pro mittlerer Uni) muss fallen.
Nachhaltige und verlässliche Finanzierung des ZenDiS – Das Zentrum für Digitale Souveränität darf nicht von jährlichen Projektzuweisungen abhängig sein, sondern braucht einen stabilen Rahmen, um seine Arbeit zu leisten - deutliche Mittelaufstockung noch in diesem Jahr, parallele deutliche Mitteleinsparungen bei Microsoft-Lizenzen und -Dienstleistungen.
- Transparenz über die Milliarden-Ausgaben und Steigerungsraten an Microsoft und Co. (z.B. 4,6 Milliardenauftrag ohne Ausschreibung an Oracle)